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Gemeinderatssitzung zur Schulentwicklung

Infos des Ministeriums für Kultus, Jugend u. Sport

Materialien zum Download   Schuljahr 2015/16
Neue Broschüre:
"Die Gemeinschaftsschule in B.-W." (pdf)
Neuer Erklärfilm zur Gemeinschaftsschule Präsentation zur Gemeinschaftsschule (pdf)
Zur Einführung der Gemeinschaftsschule in Buchen: 
Verbindlichkeit durch CDU-Fraktion verhindert
 
[12.01.2015] Während in der Gemeinderatssitzung für den Grundschulbereich zur Einführung der Ganztagsschule zumindest Entscheidungen getroffen wurden, versprachen Bürgermeister und Stadtverwaltung Offenheit für die Einführung der Gemeinschaftsschule an der Karl-Trunzer-Schule. Sie wollten allerdings den Ausgang der Landtagwahl im Frühjahr 2016 abwarten. Die CDU-Fraktion verschaffte diesem Ansinnen eine Mehrheit. So soll nun erst im Jahr 2016 über eine Antragstellung entschieden werden. Ein für Schüler, Eltern und unsere Schule enttäuschendes Ergebnis.
 

In der über die Website der Stadt Buchen vorab veröffentlichten Sitzungsvorlage hieß es
 
unter Erläuterungen, Pkt. I:
"b) Einführung eines Gemeinschaftsschulmodells

Dem Anliegen der Schulleitung und der Schulgremien der Karl-Trunzer-Schule, Gemeinschaftsschule zu werden, steht die Verwaltung grundsätzlich offen gegenüber. Eine solche Entscheidung würde ggf. auch erhebliche bauliche Investitionen erfordern. Die derzeitigen politischen Unsicherheiten, u.a. in der Weiterentwicklung der Realschulen, die künftig auch differenziert unterrichten und den Hauptschulabschluss anbieten müssen, führen zu dem Vorschlag über eine solche Antragstellung auf stabilerer Entscheidungsgrundlage und auch mit Blick auf den noch nicht abschätzbaren Raumbedarf der Realschule frühestens im Jahr 2016 zu entscheiden."

 

unter Beschlussempfehlung:

"Zu b) Einführung eines Gemeinschaftsschulmodells

Der Gemeinderat entscheidet über die Einführung des Gemeinschaftsschulmodells an der Karl-Trunzer-Schule Buchen frühestens im Jahr 2016."

Stellungnahme zur Sitzungsvorlage

Da die Schulleitung keine Vorabinformationen aus dem Rathaus erhielt, wurde kurzfristig als Reaktion auf die Sitzungsvorlage folgende Stellungnahme an die Vertreter der Stadtverwaltung und die Mitglieder des Gemeinderates per Mail versandt:
 

Buchen, 10.01.2015

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Burger, sehr geehrter Herr Beigeordneter Weber,

sehr geehrte Frau Hajek, sehr geehrte Damen und Herren des Gemeinderates der Stadt Buchen,

 

die Schulleitung und das Kollegium der Karl-Trunzer-Schule begrüßen die grundsätzliche Offenheit der Gemeinschaftsschule gegenüber (entnommen den Sitzungsvorlagen, Website der Stadt Buchen). Einige Gründe sprechen jedoch dafür, den Beschluss eindeutiger zu fassen.

Bei der Begründung und Beschlussempfehlung zur Einführung der Gemeinschaftsschule gilt grundsätzlich, dass es um die Einführung der Gemeinschaftsschule (und nicht eines Modells) geht, einer leistungsstarken und sozial gerechten Schulart, die fest im Schulgesetz mit klaren Verordnungen verankert ist.

Angedeutete politische Unsicherheiten hinsichtlich der Weiterentwicklung der Realschule sollten nicht dazu benutzt werden, die Einführung der Gemeinschaftsschule in Buchen zu verzögern bzw. zu verhindern. Bis zum Schuljahr 2016/17 werden ca. 350 erfolgreich arbeitende Gemeinschaftsschulen landesweit eingeführt bzw. genehmigt sein, unabhängig von der Weiterentwicklung der Realschule. Der Raumbedarf der Realschule wird sich erst über die Jahre zeigen, auch abhängig von einer Einführung der Ganztagesschule.

Falls die in der Sitzungsvorlage unter Punkt III. dargelegte Beschlussempfehlung zum Tragen kommt, nimmt diese durch die Unverbindlichkeit des Beschlusses der Karl-Trunzer-Schule die Perspektive. Eine Schule ohne Perspektive wird unter den gegebenen Umständen zum Austrocknen verdammt sein. Die Abwicklung unserer Werkrealschule mit ihrem gebundenen Ganztagesbetrieb wird eingeläutet und durch den sukzessiven Wegfall von pädagogischen Angeboten schnell vonstattengehen.  

Es geht um die Aufwertung des Schulstandortes Buchen mit einem guten, vielfältigen Angebot für Schüler und Eltern. Ebenso geht es um Schulen mit unterschiedlichem pädagogischen Ansatz und der Möglichkeit des gemeinsamen Unterrichts (Inklusion), den die Gemeinschaftsschule bietet. Einer Gemeinschaftsschule in Buchen kann es gelingen, dem Trend der Abwanderung (bisher besuchen 16 Schüler aus Buchen die GMS Adelsheim) entgegen zu wirken, ferner ist dies die Chance Schülerinnen und Schüler von Hardheim bis Mudau zu gewinnen.

Schulleitung und Kollegium der Karl-Trunzer-Schule halten einen verbindlichen Beschluss des Gemeinderates für notwendig, dass spätestens im Juni 2016 die Antragstellung zur Einführung der Gemeinschaftsschule erfolgt. Kommunale Schulpolitik erfordert über die versprochene Offenheit hinaus den Willen und die Bereitschaft zur Gestaltung hier und heute, denn Ausgaben für die Bildung sind Investitionen in die Zukunft der Stadt Buchen.

gez.

Walter Scheuermann, Rektor          Natalie Ederer, Konrektorin 


Zum Sitzungsverlauf

Bei der Behandlung des Tagesordnungspunktes zur Einführung der Gemeinschaftsschule fand weder unsere Stellungnahme noch die Mitteilung des Vorsitzenden des Gesamtelternbeirates der Buchener Schulen bei der Mehrheitsfraktion Beachtung. Herr Christian Philipp erklärte auf Nachfrage, dass der Gesamtelternbeirat der zehn Buchener Schulen sich einstimmig für die schnellstmögliche Einführung der Gemeinschaftsschule ausgesprochen habe.
 
Die Behandlung des Themas war einzig und allein auf die Beschlussempfehlung ausgerichtet. Daran konnten eine Sitzungsunterbrechung (beantragt durch die Freien Wähler) und ein Antrag auf Vertagung (SPD-Fraktion) nichts ändern und es kam zum Beschluss, dass über die Einführung der Gemeinschaftsschule an der Karl-Trunzer-Schule frühestens im Jahr 2016, tatsächlich erst nach der Landtagswahl, entschieden wird.
 
Beim Verlassen des Sitzungssaales fragten sich viele Zuhörer - nicht nur aus den Reihen der KTS, wo sind eigentlich die Interessen von Kindern, der Elternwille und das Anliegen der Schule geblieben.
 
Die beiden Tageszeitungen, RNZ und FN, gingen in ihren ausführlichen Berichten zwei Tage später ebenfalls erfrischend kritisch mit der Beschlusslage und deren Begründung um.  
 

"Gemeinschaftsschule für Buchen an der KTS"

Wir setzen uns weiterhin für dieses Ziel ein, weil die Gemeinschaftsschule ...
... die Verschiedenheit von Kindern und Jugendlichen als Wert anerkennt und ihnen die Möglichkeit gibt, ihre Potenziale optimal zu entfalten.
... Chancengerechtigkeit durch bestmögliche individuelle Förderung verwirklicht.
... Ausgrenzung und Stigmatisierung von Schülern und Eltern vermeidet.
... durch ein Maximum an individuellem und ein Optimum an gemeinsamem Lernen die personalen und sozialen Kompetenzen der Schüler stärkt.
... Über- und Unterforderung vermeidet und damit Unterrichtsstörungen vorbeugt.
... als rhythmisierte Ganztagsschule die Schüler bestmöglich pädagogisch begleitet.
... die Bildungsstandards der Hauptschule, der Realschule und des Gymnasiums anbietet.
...
... mehr als jede andere Schulart Antworten auf die durch den gesellschaftlichen Wandel bedingten Erfordernisse im Bildungsbereich gibt.
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